Das Evangelium

Im Folgenden soll nun das Evangelium – die gute Nachricht – erforscht werden. Wir wollen untersuchen, was es mit diesem Begriff auf sich hat und gemeinsam Gedankenwege gehen, die uns das Ganze nicht nur als verstaubtes theoretisches Konstrukt erfahren lassen. Stattdessen wollen wir es uns als nachfühlbar und logische Botschaft vor Augen führen. Doch gestatte uns zunächst eine kurze Anmerkung:

Es soll in den untenstehenden Ausführungen nicht der Eindruck entstehen, wir würden von nun an die Wahrheit des christlichen Glaubens unterstellen, ohne dies näher zu belegen. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist auch hier unser Anspruch den Wahrheitsgehalt der Aussagen zu untersuchen. Die Vertrauenswürdigkeit der christlichen Botschaft und der Bibel soll Gegenstand des nächsten Artikels sein. Wir halten es aber für richtig und wichtig, dass wir uns zunächst mit dem Inhalt beschäftigen, bevor wir diesen einer Überprüfung unterziehen.

Das Evangelium

Was ist die frohe Botschaft?

Wenn man sich mit der Bibel befasst, wird man schnell merken, dass die dort viel mit Metaphern und Symboliken gearbeitet wird. Diese sprachlichen Mittel müssen ihrerseits vom Leser interpretiert werden, was sich oft als herausfordernd darstellt. Auch wenn sich die Christenheit im Großen und Ganzen über die wesentlichen Punkte einig ist, gibt es auch immer wieder verschiedene Auslegungen unterschiedlicher Details. Nachfolgend haben wir unsere Interpretation dessen, was uns die Bibel in ihren über 30.000 Versen lehrt, zusammengeschrieben. Dabei war und ist es uns wichtig, hier nicht nur an der Oberfläche zu bleiben, sondern die Details zu hinterfragen und zu verstehen, was sie in ihrem Wesenskern zu bedeuten haben. Wir glauben, dass es uns gelungen ist, die wesentlichen Punkte korrekt und für jedermann anschaulich dargestellt zu haben. Trotzdem bitten wir den Leser zu berücksichtigen, dass unsere Beschreibung eben auch nur unsere Auslegung ist und nicht die selbstständige Bibelrecherche ersetzen kann. Einige der nachfolgenden Schilderungen zur Natur der Sünde und der „Hölle“ sind stark auf Überlegungen des amerikanischen Youtubers Michael Jones aka Inspiring Philosophy gestützt. Wir empfehlen bei Interesse sein Video zum Thema Hölle (Quelle).

Wir wollen uns zunächst nochmal die bisherige Ausgangslage ins Gedächtnis rufen. Es wurde dargestellt, dass das Universum eine intelligente Ursache haben muss, die der Standard für eine objektive Moral ist. Ein persönliches Wesen, das die Ursache für Raum, Zeit und Materie ist und selbst der Standard für Moral ist, entspricht der Definition von Gott. Weiterhin wurde dargelegt, dass dieser Gott uns Menschen liebt und eine Verbindung zu uns haben möchte. Wir haben uns damit durch rein rationale Überlegungen das hergeleitet, was die Bibel in ihren ersten beiden Kapiteln beschreibt (vergleiche 1. Mose 1 – 2). Im Folgenden soll nun darauf eingegangen werden, wie die Bibel den weiteren Verlauf der Geschichte beschreibt.

Wenn wir nun an obenstehende Schilderungen anknüpfen und gedanklich einen Schritt weitergehen und versuchen, uns in die Lage Gottes zu versetzen, fällt eine Sache ins Auge. Gottes Ziel, eine Verbindung zu uns Menschen in gegenseitiger Liebe einzugehen, kann nur gelingen, wenn wir Menschen von ihm einen freien Willen bekommen. Die Schöpfung eines Menschen, der gezwungen ist, Gott zurück zu lieben, hätte nichts mit Liebe zu tun. Das wäre dann wie der Liebestrunk, den man einer anderen Person gibt und diese zum Lieben gezwungen wird.  Gott möchte aber keine unfreien „Liebesroboter“, sondern er möchte ein Gegenüber, das ihn um seiner selbst willen liebt. Absolute Liebe bedingt absolute Freiheit. Die absolute Freiheit enthält wiederum aber auch die Freiheit zu Gott „nein“ sagen zu dürfen. Diese Freiheit hat Gott uns nach den biblischen Schilderungen auch gegeben. Die Bibel beschreibt in 1. Mose 3, dass der Mensch von eben jenem Recht Gebrauch gemacht hat. In der nachfolgenden biblischen Szene wird beschrieben, wie „die Schlange“ Adam und Eva, die sich im Paradies in Gegenwart Gottes befinden, dazu verführt, sich gegen diesen Gott aufzulehnen:

„Die Schlange war das klügste von allen Tieren des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie fragte die Frau: »Hat Gott wirklich gesagt: ›Ihr dürft die Früchte von den Bäumen im Garten nicht essen‹?« »Natürlich dürfen wir sie essen«, erwiderte die Frau, »nur nicht die Früchte von dem Baum in der Mitte des Gartens. Gott hat gesagt: ›Esst nicht davon, berührt sie nicht, sonst müsst ihr sterben!‹« »Nein, nein«, sagte die Schlange, »ihr werdet bestimmt nicht sterben! Aber Gott weiß: Sobald ihr davon esst, werden euch die Augen aufgehen; ihr werdet wie Gott sein und wissen, was gut und was schlecht ist. Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können.« Die Frau sah den Baum an: Seine Früchte mussten köstlich schmecken, sie anzusehen war eine Augenweide und es war verlockend, dass man davon klug werden sollte! Sie nahm von den Früchten und aß. Dann gab sie auch ihrem Mann davon und er aß ebenso. “

Mit der Schlange ist natürlich kein Reptil gemeint, sondern der Teufel (das ergibt sich aus der Bedeutung des hier verwendeten hebräischen Wortes „nachash“). Laut dem biblischen Text haben sich unsere Vorfahren Adam und Eva also nach teuflischen Einflüsterungen dazu entschlossen entgegen der Anordnung Gottes eine Frucht vom „Baum der Erkenntnis“ zu essen. Damit bekundeten sie Gott ihr Misstrauen. Die in dieser Handlung innewohnende Aussage ist klar: „Gott wir vertrauen dir nicht. Du bist nicht mehr unser Gott! Wir bauen lieber auf uns selbst.  Wir sind jetzt Gott über unser eigenes Leben!“

Dieser Akt des Misstrauens hatte Konsequenzen. Da Gott der Standard für eine objektive Moral ist und damit das absolut Gute verkörpert, ist jedes abrücken von diesem Standard eine böse Tat, so klein sie auch sein mag. Da Gott als die absolute Heiligkeit keinerlei Bosheit in sich selbst dulden kann, war er gezwungen, den Menschen aus der Verbindung mit sich selbst zu entfernen. Andernfalls hätte sich in das perfekte Weiß Gottes durch die Verbindung mit den Menschen ein kleiner grauer Fleck gemischt. Adam und Eva wurden daher aus dem Paradies ins Exil geschickt und aus der unmittelbaren Verbindung mit Gott verbannt. Als Adam und Eva Nachkommen bekamen, waren diese (logischerweise) ebenfalls nicht mehr in Verbindung mit Gott. Die Trennung zu Gott wurde „vererbt.“

Diese Trennung hatte dramatische Folgen. Wie wir in einem vorherigen Artikel gelesen haben, hat der Mensch ein unendliches Bedürfnis nach Gott. Durch die Trennung litten die Menschen also erstmals unter einem Mangel, da dieses Bedürfnis nicht mehr gestillt werden konnte. Die Bibel schildert die Folgen dieser Trennung erstmals in 1.Mose 4; 1-9:

„Adam schlief mit seiner Frau Eva,und sie wurde schwanger. Sie brachte einen Sohn zur Welt und sagte: »Mit Hilfe des Herrn habe ich einen Mann hervorgebracht.« Darum nannte sie ihn Kain. Später bekam sie einen zweiten Sohn, den nannte sie Abel. Abel wurde ein Hirt, Kain ein Bauer. Einmal brachte Kain von seinem Ernteertrag dem Herrn ein Opfer. Auch Abel brachte ihm ein Opfer; er nahm dafür die besten von den erstgeborenen Lämmern seiner Herde. Der Herr blickte freundlich auf Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer schaute er nicht an. Da stieg der Zorn in Kain hoch und er blickte finster zu Boden. Der Herr fragte ihn: »Warum bist du so zornig? Warum starrst du auf den Boden? Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du den Kopf frei erheben; aber wenn du Böses planst, lauert die Sünde vor der Tür deines Herzens und will dich verschlingen. Du musst Herr über sie sein!«  Kain aber sagte zu seinem Bruder Abel: »Komm und sieh dir einmal meine Felder an!«  Und als sie draußen waren, fiel er über seinen Bruder her und schlug ihn tot.  Der Herr fragte Kain: »Wo ist dein Bruder Abel?« »Was weiß ich?«, antwortete Kain. »Bin ich vielleicht der Hüter meines Bruders?«“

Ohne nun zu tief in die theologische Deutung des Abschnitts einzusteigen (bspw. warum Gott das Opfer des Abel höher bewertet als das des Kain), kann man beim beim Lesen des Abschnitts dennoch schnell  feststellen, dass zwischen den beiden Brüdern eine Konkurrenzsituation herrschte. Kain war auf seinen Bruder und dessen Beziehung zu Gott eifersüchtig. Eifersucht resultiert immer aus einem Mangel. Wir können nur auf etwas eifersüchtig sein, was wir nicht haben, aber gerne hätten. In diesem Fall ist es die Liebe Gottes, die Kain vermisst hat und die letztendlich Auslöser für sein Verbrechen war.

Dieses Verbrechen hatte dann zur Folge, dass der Graben zwischen Kain und Gott noch größer wurde. Kain zeugte daraufhin Nachkommen, die von dieser Trennung natürlicherweise ebenfalls betroffen waren. Von Kains Nachfahre der 5. Generation (Lamech) berichtet die Bibel dann folgendes Zitat:

„Lamech sagte zu seinen Frauen: »Ihr meine Frauen, Ada, Zilla, hört! Passt auf, wie Lamech sich sein Recht verschafft: Ich töte einen Mann für meine Wunde und einen Jungen, wenn mich jemand schlägt! Ein Mord an Kain – so hat es Gott bestimmt – verlangt als Rache sieben Menschenleben; für Lamech müssen siebenundsiebzig sterben!«“

Während Kain damals seinen Bruder erschlug und keine Reue zeigte, ist es bei Lamech bereits so weit, dass er sich für seine Morde brüstet und stolz darauf ist. Innerhalb weniger Generationen ist dieser Stammbaum der Menschheit moralisch komplett am Abgrund. Diese Blutlinie ist exemplarisch und verdeutlicht sehr gut, was unter den Begriffen „Ursünde“ und „Erbsünde“, die viele von uns im Religionsunterricht schon mal gehört haben, zu verstehen ist. Unsere Vorfahren haben die „Ursünde“ begangen, indem sie Gott das Vertrauen entzogen haben“. Die Folge daraus – die Trennung zu Gott – ist letztlich Ursache für alle weiteren Sünden, die die Folgegenerationen begehen.

Dabei ist es auch sekundär, ob man an Adam und Eva als historisches Paar glaubt (wofür es aus unserer Sicht durchaus Gründe gibt) oder es lediglich als Symbolgeschichte interpretiert und Adam und Eva exemplarisch für unzählige Menschenpaare stehen. Die Erkenntnis ist die Gleiche. Der Umstand, dass wir von Gott getrennt sind, hat dazu geführt, dass sich in uns eine chronische Neigung zu bösen Taten eingenistet hat.

Der katholische Theologe Manfred Lütz bringt es auf den Punkt: „Wir werden alle in eine Situation hineingeboren, die von der Schuld anderer Menschen geprägt ist.“(Zitat Lütz, Manfred. Der Skandal der Skandale (S.214)). Wir werden demnach alle geprägt von Unrecht, das uns selbst durch Anderen zugefügt wurde und wird. Dieses Unrecht geben wir in der einen oder anderen Form weiter. Natürlich geht nicht jeder den Weg von Kain oder Lamech, aber jeder von uns versündigt sich im Laufe seines Lebens unzählige Male gegen Gott und seine Mitmenschen. Durch diese bösen Taten vergrößern wir weiter den Abstand zu Gott. Den damit einhergehenden Mangel an Liebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit etc. (vgl hierzu und zum Folgenden die Ausführungen zum „Argument from Desire“) versuchen wir durch „Ersatzgötter“ zu befriedigen.

Wir zitieren hierzu nochmal unseren eigenen Abschnitt aus einem vorangegangenen Artikel: „Die Leute (wir alle) rennen von Konsumprodukt zu Konsumprodukt, von Partner zu Partner, von Religion zu Religion, von Selbsthilfegruppe zu Selbsthilfegruppe, versuchen uns Anerkennung, Glück und damit Liebe durch „fromme“ Werke, durch Aufopferung, durch Treten nach unten etc. zu verschaffen.“ Jeder braucht etwas, das seinem Leben Bedeutung gibt. Auch wenn du es bei dir (noch) nicht merken solltest, bedeutet es nicht, dass es da nichts gibt. Sei es deine Karriere, dein Geld, dein soziales Engagement, dein Ehepartner, deine Kinder etc. Ohne etwas, das unserem Leben Sinn und Bedeutung gibt, können wir nicht leben. Wir nehmen also eine oder mehrere gute Sachen und machen sie zu unserer Absolutheit, die uns glücklich machen soll.  Diese Sache bildet dann unsere Identität, definiert, wer wir sind und treibt uns an einen Punkt, an dem wir nicht mehr ohne sie sein können. Sie wird damit zu unserem Gott. (vgl. hierzu und zum Folgenden auch Inspiring Philosophy).

Da endliche Dinge aber niemals unsere unendliche Sehnsucht nach Gott stillen können, brauchen wir immer mehr von unserem „Ersatzgott“. Wenn uns dann ein „Ersatzgott nicht mehr reicht, suchen wir uns weitere. Wir verhalten uns wie Drogensüchtige, die permanent auf der Suche nach dem nächsten High und der nächsten Steigerung sind. Die schier unendliche Gier nach Macht und Geld in unserer Zeit, der politische und religiöse Extremismus oder auch die zunehmende Selbstgerechtigkeit in unserer Gesellschaft sind nur einige Beispiele für das obenstehende Muster.

Wir befinden uns hier also buchstäblich in einem Teufelskreis. Das oben beschriebene Muster entzündet in unserer Seele ein „spirituelles Feuer“, das auch nach dem Tod nicht einfach verschwindet. Stattdessen brennt es weiter und wird uns – falls es nicht gelöscht wird – verzehren. Genau dieser Zustand ist es, was die Bibel mit dem Begriff „Hölle“ meint.  Es geht nicht um einen von Gott geschaffenen Ort mit einem physikalischen Feuer, mit dem ein Braunkohlekraftwerk betrieben werden könnte. Vielmehr ist das Feuer ein Symbol für obenstehendes Muster, das sich bis in alle Ewigkeit fortsetzt.

Die einzige Möglichkeit dieses Feuer zu löschen, wäre es, zu Gott zurückzukehren, damit unsere tiefen Sehnsüchte gestillt werden und somit dem oben beschriebenen Feuer der „Brennstoff“ entzogen wird. Dies ist aber laut den biblischen Schilderungen nicht möglich, da wir alle gesündigt haben und Gott daher keine Verbindung mehr mit uns eingehen kann (vgl, Röm 3,23). An uns haftet der sprichwörtliche „Schmutz“ unserer bösen Taten, die unsere Trennung zu Gott manifestiert.

Hierbei schaffen auch gute Taten keine Abhilfe. Einen Mord bspw. wird nicht durch gute Taten ungeschehen machen. Auch wenn wir 10 Menschen im Gegenzug das Leben retten, wird uns ein Richter hier auf Erden für die eine Tat verurteilen. Ebenso verhält es sich bei Gott. Auch hat jedes Konsequenzen Wäre das nicht der Fall, würde das zu grotesken Situationen führen. Beispielsweise könnte jemand, der in seiner Zeit auf Erden drei Menschen das Leben gerettet hat vor seinem Tod zwei Morde begehen und würde ohne Weiteres seliggesprochen werden. Dass das bei einem heiligen Gott nicht funktionieren kann, leuchtet, glauben wir, ein.

Der Mensch befindet sich daher in einer völlig aussichtslosen Lage. Er schaufelt sich sein eigenes Grab und der einzige Weg zur Rettung ist versperrt. Eingangs und in anderen Artikeln haben wir erwähnt, dass Gott uns Menschen liebt und eine Verbindung zu uns möchte. Somit ist die oben beschriebene Situation auch aus Gottes Sicht nicht hinnehmbar. Aus diesem Grund, so schildert es die Bibel wurde Gott in der Person Jesus Christus selbst Mensch. Er wurde einer von uns und warb um uns Menschen. Er fungierte dabei als perfektes und heiliges Vorbild. Er stellte alle eigenen Befindlichkeiten hinten an und strebte stets nach dem Vorteil der Menschen, die ihm begegneten. Er lehrte den Menschen, den Blick von sich selbst zu nehmen und den Fokus auf Gott und auf die Mitmenschen zu legen. Er lehrte die Menschen zu vergeben, für Feinde zu beten, den Armen und Trauernden ein Segen zu sein. Er lehrte Die Menschen gerecht, barmherzig und treu zu handeln.

Das Entscheidende aber, weswegen er gekommen ist, war es, uns unsere Schuld zu nehmen. Jene Schuld, die uns Menschen von Gott trennt. Jesus wurde von den Römischen Besatzern in Zusammenarbeit mit der damaligen jüdischen religiösen Oberschicht zum Tode verurteilt, gefoltert  und gekreuzigt. Was für den außenstehenden Betrachter wie eine Niederlage ausgesehen hat, war jedoch in Wahrheit der Triumph Gottes über die Sünde. Laut den biblischen Schilderungen blieb Jesus nämlich nicht Im Grab liegen, sondern er wurde nach drei Tagen zum Leben erweckt und zeigte sich danach verschiedenen Zeugen. Durch seine Auferstehung demonstrierte er seinen Sieg gegen den (geistigen) Tod und die Sünde Am Kreuz nahm Jesus, unsere Sünde auf sich (und damit von uns), bezahlte den Preis für uns und trug die Konsequenz (Trennung von Gott), die unser Schicksal gewesen wäre. Im Gegenzug, so schildert es die Bibel, bietet er den Menschen seine Heiligkeit und das „ewige Leben“ an, die wir uns wie einen Mantel überstreifen können.

Die Frage ist nun, wie können wir diesen heiligen Mantel bekommen? Was müssen wir hierzu leisten?

Die gute Nachricht: Wir müssen hierzu überhaupt nichts leisten. Alles was wir tun müssen, ist, das Geschenk, das Gott uns in Jesus Christus gemacht hat, anzunehmen. Wie nehmen wir dieses Geschenk an? Gott möchte eine Beziehung mit uns. Durch das, was Jesus am Kreuz für uns vollbracht hat, ist es jedem möglich, wieder eine Beziehung zu Gott einzugehen. Der erste und entscheidende Schritt ist es, Jesus anzurufen, ihm die eigenen Verfehlungen zu bekennen und ihn in sein Leben zu bitten. Sobald das geschehen ist, bekommen wir den Heiligen Geist, der uns alles Weitere lehrt (vgl. bspw. Joh 16;13 ). Er wird uns Schritt für Schritt Christus immer ähnlicher machen. Wir können das nicht aus eigener Kraft leisten und das müssen wir auch nicht. Alles, was wir tun können und was Gott von uns möchte, ist, dass wir die Beziehung zu ihm zu pflegen und intensivieren. Jesus Christus will nicht nur unser Herr und Erlöser sondern auch unser Freund sein (vgl. Joh. 15;15). Wir können uns unter den Schutz Gottes stellen. Wenn wir unter den Mantel dieser bedingungslosen Liebe kommen, werden wir erleben, wie sich unser Leben und der Umgang mit unseren Menschen radikal verändern werden.

Das was rettet, ist unsere Beziehung zu Gott und keine frommen Werke, religiösen Rituale oder Mitgliedschaften in religiösen Gemeinschaften!

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh. 3;16).

Das ist das Evangelium!

Als nächstes wollen wir uns damit befassen, ob es Gründe gibt, das zu glauben, was wir oben beschrieben haben. Wir wollen der Frage nachgehen, ob Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist.

Einwand: Wenn Adam und Eva bereits in Gemeinschaft mit Gott waren, wieso hatten sie dann die Neigung zu sündigen? Sollten nicht alle Bedürfnisse bereits befriedigt gewesen sein?

Die obige Frage ist ein berechtigter Einwand. Wir glauben jedoch, dass die Bibel klarmacht, dass die die „Urgemeinschaft“ mit Gott vor dem Sündenfall nicht mit der kommenden Gemeinschaft nach unserem irdischen Ableben bzw. der Wiederkunft Christi gleichgesetzt werden kann. So litten Adam und Eva offensichtlich Mangel. Sie besaßen beispielsweise nicht die Fähigkeit Gut von Böse zu unterscheiden. Gleichzeit sehnten sie sich jedoch danach , dies zu können (vgl. 1. Mose 3). Ob hinter diesem Wunsch tatsächlich ausschließlich der Wunsch nach der Erkenntnis von Gut und Böse lag oder ob in Wahrheit vielleicht ein anderweitiges Bedürfnis dahinterstand, geht aus dem Text nicht hervor. Klar wird jedoch, dass beide (mindestens) ein unerfülltes Bedürfnis mit sich herumtrugen.

Für die endgültige Gemeinschaft mit Gott wird jedoch ein anderes Szenario geschildert. So wird am Ende des Buches Offenbarung (vgl. hierzu und zum Folgenden Offb. 21 und 22) beschrieben, wie eng die Gemeinschaft Gottes zu den erlösten Menschen sein wird. Es wird erzählt, dass es kein Leid, kein Geschrei und keinen Schmerz geben wird. Gott wird „alle Tränen von den Augen der Menschen abwischen“ und sie werden von dem Wasser trinken, „das aus der Quelle des Lebens fließt“. Es werden in den Kapiteln 21 und 22 des Buches „Offenbarung“ zahlreiche Bilder gebraucht, die letztendlich alle zum Ziel haben, die absolute Vollkommenheit und Erfülltheit in der Gegenwart Gottes zu beschreiben.

Im Folgenden wollen wir uns nun ansehen, ob wir das oben Beschriebene überhaupt glauben können. Gibt es Anzeichen dafür, dass das alles mehr als nur eine schöne Geschichte ist. Kann es wirklich sein, dass Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist? Diese Fragen wollen wir uns jetzt stellen.

Hier geht es zurück zum „Argument from Desire„.