Das kosmologische Argument von Kalam
-Hinweis: Dieser Artikel ist Teil der „Artikelserie – Grundsatzfragen“, die sich damit beschäftigt, ob es Beweise für einen persönlichen Gott gibt und ob wir etwas über ihn wissen können. Klick für weitere Artikel.-
Das Kalam-Argument, ist ein simples und doch geniales Argument, das einen ersten Anhaltspunkt für die Existenz Gottes liefert. Es handelt sich hierbei um ein deduktives Argument. Das bedeutet, wenn die Prämissen (Punkt 1 und 2) wahrscheinlicher zutreffend als nicht zutreffend sind, folgt daraus automatisch die Konklusion (Punkt 3).
- Alles, was einen Anfang hat, hat eine Ursache.
- Das Universum hat einen Anfang.
- Deshalb hat das Universum eine Ursache.
Die erste Prämisse besagt, dass, wenn etwas, anfängt zu existieren, es einen Grund (eine Ursache) für seine Existenz haben muss. Wenn etwas anfängt zu existieren, hat es eine Ursache. Das ist eine Erkenntnis zu der wir als Menschheit durch abertausende von Einzelerfahrungen gelangt sind. Immer wenn etwas anfängt zu existieren, hat es eine Ursache.
Zudem müssten wir uns die Frage stellen, wenn es möglich wäre, dass Dinge aus dem Nichts und durch Nichts entstehen, warum wir diesen Mechanismus nicht permanent beobachten? Wenn die Grundlage aller Existenz ein Vorgang wäre, der etwas ohne Ursache entstehen ließ, würden wir erwarten, dass wir ähnliches regelmäßig in unserer Welt beobachten würden. Genau dies ist aber nicht der Fall. Es gibt weltweit keinen einzigen dokumentierten Fall, wo etwas ohne Ursache entstanden ist.
Auch wenn die erste Prämisse von den allermeisten Skeptikern nicht angefochten wird, gibt es in jüngster Zeit eine wachsende Minderheit, die auf virtuelle Teilchen verweisen und erklären, diese würden aus dem Nichts und ohne Grund entstehen. Sie weisen darauf hin, dass es sich bei der Entstehung des Universums um eine Quantenfluktuation größeren Ausmaßes gehandelt haben könnte. Die Quantenfluktuation ist jedoch kein Beispiel dafür, dass etwas aus Nichts und durch Nichts entsteht. Virtuelle Teilchen sind Teilchen, die aus instabiler Energie im Vakuum entstehen. Da instabile Energie und ein Vakuum eindeutig nicht nichts sind, ist dies keine Widerlegung der Prämisse.
Die zweite Prämisse ist der entscheidende Punkt. Das Kalam-Argument geht auf mittelalterliche muslimische Philosophen der „Kalam-Schule“ zurück. Die damaligen Gelehrten argumentierten auf rein philosophischer Basis, dass das Universum einen Anfang gehabt haben muss, da es keine unendliche Abfolge endlicher Dinge geben könne.
Heutzutage greift man bei der Argumentation für einen Beginn des Universums eher auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Urknall-Kosmologie zurück, um die Prämisse zu untermauern. Starke Indizien für einen Beginn des Universums liefern der zweite Hauptsatz der Thermodynamik, die Tatsache, dass das Universum expandiert und die in den 1960er Jahren entdeckte Hintergrundstrahlung, die zeigt, dass es eine massive Explosion gegeben hat, die zur Expansion des Universums führte.
Hieraus folgt, dass das Universum eine Ursache haben muss. Diese Ursache muss selbst unabhängig von Materie, Zeit und Raum existieren. Dies macht sie immateriell, ewig und allgegenwärtig.
Nachfolgend wollen wir uns ansehen, ob es Gründe gibt, anzunehmen, dass die erste Ursache eine Person ist.
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