Wir haben nun gelernt, dass der Mensch laut Bibel als Sünder von Gott getrennt ist und sich aus eigener Kraft nicht aus dieser Trennung befreien kann. In diesem Artikel wollen wir uns mit dem Thema der Überschrift befassen. Haben wir Beweise für die Auferstehung Jesus? Haben wir Gründe, das zu glauben, was wir dir in den ersten Zeilen dieses Texts mitgeteilt haben? Ein genereller Ansatz wäre es zu überprüfen, wie zuverlässig die biblischen Schilderungen aus exegetischer Sicht sind und so Beweise zu suchen. Auch wenn wir glauben, dass dies eine sehr gute Möglichkeit ist, die Glaubwürdigkeit der Bibel aufzuzeigen, gibt es aus unserer Sicht einen deutlich einfacheren und kompakteren Weg. Wir überprüfen mit historischen Methoden, ob Jesus tatsächlich gekreuzigt wurde und ob er leibhaftig von den Toten auferstanden ist, wie es die Bibel behauptet. Denn wenn Jesus von den Toten auferstanden ist, wäre das die größte Sensation der Menschheitsgeschichte und könnte nur von jemandem verursacht worden sein, der Herr über die Naturgewalten ist. Dies ist, wie wir bereits in zahlreichen anderen Artikeln aufgezeigt haben, Gott. Wenn Jesus also in göttlicher Vollmacht gestorben und auferstanden ist, dann können wir davon ausgehen, dass dieser allmächtige Gott auch ein Interesse hat, das zu bewahren, was über ihn berichtet wird. Wenn die Auferstehung also stattgefunden hat, können wir mit großer Zuversicht auch der Bibel vertrauen.
Es geht hierbei jedoch nicht nur um die Vertrauenswürdigkeit eines Buches sondern um viel mehr. Wenn Gott selbst Mensch wurde und aus Liebe für uns gelitten hat, weil er sich eine ewige Beziehung in Liebe zu uns wünscht, dann ändert das einfach alles in unserer gesamten Existenz! Wenn der allmächtige und alliebende Gott uns die Gemeinschaft mit sich schenkt (!), dann können wir das Leid, das wir in dieser Welt mit uns herumtragen mit Demut und Optimismus tragen. Mit Demut, weil Gott als Herr über alle Dinge nicht gemütlich im Himmel saß und uns beim Leiden zusah, sondern selbst unendlich mehr gelitten hat, als wir uns das in unseren schlimmsten Träumen vorstellen können. Mit Optimismus können wir unser Leid deshalb tragen weil wir dann mit größter Zuversicht davon ausgehen können, dass Leid, Schmerz und Tod nicht das letzte Wort haben, sondern Gott, der uns in Jesus Christus selbst begegnet ist.
Die auf dem Gebiet der Auferstehungsforschung mit führenden Experten Gary Habermas und Michael Licona (die selbst aufgrund der überzeugenden Indizienlage Christen sind), haben sich die Mühe gemacht, zusammenzutragen, was die akademische Forschung in Bezug auf die Ereignisse rund um die Kreuzigung Jesu glaubt. Dabei fiel auf, dass sowohl die christlich orientierten Forscher als auch die Skeptiker in vier wesentlichen Punkten übereinstimmen. Der Unterscheid ergibt sich dann erst in der Interpretation der Punkte bzw. was die wahrscheinlichste Erklärung für diese ist. Nachfolgend wollen wir die 4 Punkte vorstellen und darstellen, warum diese von einer großen bis überwältigenden Mehrheit geglaubt werden. Im Anschluss daran sollen die Interpretationen der Skeptiker und der Christen gegenübergestellt werden.

1. Fakt: Jesus wurde gekreuzigt und starb dabei
Der erste Punkt, über den in der Forschung Konsens besteht, ist, dass Jesus gekreuzigt wurde und dabei ums Leben kam (vgl. hierzu und zum Folgenden Habermas/Licona; The Case for the Resurrection; S. 48-49). Die christlichen Schilderungen decken sich hier in den wesentlichen Punkten mit den außerchristlichen Quellen. Als außerchristliche Quellen für die Kreuzigung Jesu sollen hier exemplarisch Josephus, Thallus, Lukian von Samosata oder auch der jüdische Talmud genannt werden. Allerdings sind die außerchristlichen Quellen nicht einmal der entscheidende Punkt (zumal ihre Unabhängigkeit von manchen Forschern hinterfragt wird). Entscheidend ist neben einigen weiteren Punkten vielmehr, dass die ersten Christen unmittelbar nach dem fraglichen Ereignis berichteten, dass Jesus gekreuzigt wurde. Im Zuge dessen beschuldigten sie die römischen und jüdischen Machthaber in der Region für den Tod ihres Lehrers verantwortlich zu sein. Damit nahmen sie in Kauf, sich deren Zorn zuzuziehen und zur Zielscheibe zu werden. Es wäre nun absolut unplausibel anzunehmen, dass sich die ersten Christen mit den mächtigsten Menschen in der Region angelegt, ihre körperliche Unversehrtheit und ihr Leben aufs Spiel gesetzt hätten, wegen eines Ereignisses, dass es nie gegeben hat. Angesichts dieser erdrückenden Beweislast wundert es nicht, dass dieser Punkt auch von den radikalsten Skeptikern anerkannt wird und hier ein allgemeiner Konsens besteht.
2. Fakt: Das Grab Jesu war am dritten Tag leer
Der nächste Fakt, der von einer sehr großen Mehrheit der Forscher gestützt wird, ist, dass das Grab Jesu am dritten Tag leer war (vgl hierzu und zum Folgenden Habermas/Licona; The Case for the Resurrection; S. 70 – 74). Zu dieser Position gelangen die Forscher aus folgenden Gründen:
- Die Gegner Jesu beschuldigten seine Jünger, den Leichnam gestohlen zu haben, und bestätigen uns somit indirekt, dass das Grab tatsächlich leer war. Im Matthäusevangelium beispielsweise verteidigt sich der Verfasser gegen die Vorwürfe der religiösen Oberschicht, den Leichnam Jesu gestohlen zu haben (vgl. Matthäus 28; 11-15). Diese Rechtfertigung zeigt, dass sich die Christen tatsächlich dem Vorwurf ausgesetzt sahen, den Leichnam Jesu gestohlen zu haben. Weitere Belege für den Vorwurf, dass die Jünger den Leichnam Jesu gestohlen hätten finden sich bei „Justin dem Märtyrer“ (vgl. „Dialog mit dem Juden Trypho 108) und bei Tertullian (vgl. De Spectaculis, Kap. 30).
- Ein weiterer Aspekt, der dafür spricht, dass das Grab Jesu tatsächlich leer war, ist der „Jerusalem Faktor“. Jesus wurde in Jerusalem gekreuzigt. Gleichzeitig wurde dort als erstes seine Auferstehung verkündet. Diese Botschaft hätte keine Chance gehabt, sich an diesem Ort durchzusetzen, wenn sich der Leichnam Jesu noch im Grab befunden hätte. Die römischen Besatzer, die Jesus gekreuzigt haben, um vor Ort die Entstehung einer unkontrollierbaren religiösen Bewegung zu verhindern, hätten den Leichnam einfach aus dem Grab holen und durch die Straßen ziehen können, um damit dem „Spuk“ ein für alle Mal zu beenden. Dass sie daran ein Interesse gehabt hätten, zeigt die Kreuzigung Jesu. Selbiges gilt für die jüdisch-religiöse Oberschicht der damaligen Zeit.
- Das dritte Indiz für das leere Grab, ist, dass die frühen Christen Frauen als Kronzeuginnen für das leere Grab angaben. Das ist insofern interessant, als dass die Aussage einer Frau in der damaligen jüdischen Gesellschaft praktisch wertlos war (vgl. Mishna Rosh Hashanah 1:8). Wenn man aber eine Geschichte hätte erfinden wollen, wäre es logisch gewesen, jemanden anzugeben, dem die Menschen eher geglaubt hätten. Dass von allen vier Evangelisten Frauen als Kronzeuginnen angegeben werden, macht es unplausibel und unwahrscheinlich, dass das leere Grab eine erfundene Geschichte der frühen Christen war.
Die drei eben genannten Punkte geben einen Überblick, warum eine große Mehrheit der Forscher das leere Grab für einen historischen Fakt hält.
3. Fakt: Die Jünger hatten Erlebnisse, die sie überzeugt haben, dass der auferstandene Jesus leiblich vor ihnen steht
Den dritten Fakt, den eine überwältigende Mehrheit aller Forscher unabhängig ihres persönlichen Weltbilds für eine historische Tatsache hält, ist der, dass die Jünger etwas erlebt haben, dass sie annehmen ließ, der auferstandene Jesus stehe vor ihnen (vgl. hierzu und zum Folgenden auch Habermas/Licona; The Case for the Resurrection; 49 – 62). Wie kommen die Wissenschaftler zu dieser Einschätzung? Sie kommen hierzu, weil die Jünger bereit waren, für ihre Verkündigung vom auferstandenen Jesus Verfolgung, Folter und den eigenen Tod zu ertragen, ohne von ihren Überzeugungen abzurücken. Niemand, der bei klarem Verstand ist, hält über Jahrzehnte an einer Behauptung fest, lebt in permanenter Angst und Verfolgung, lässt sich foltern und schlussendlich ermorden, wenn er nicht an seine Überzeugungen glaubt. Aus diesem Grund kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass die Apostel gelogen haben.
Der Kritiker wird sofort einwenden, es gäbe in der Weltgeschichte tausende Beispiele von Menschen auch anderer Frömmigkeiten und Religionen, die für ihren Glauben gestorben seien. Müsste das dann nicht auch als Beleg für die Wahrheit der anderen Weltanschauungen gelten? Hier ist Vorsicht geboten! Weder die Wissenschaftler noch wir behaupten hier, dass die Jünger tatsächlich den auferstandenen Jesus gesehen haben. Es wird vielmehr behauptet, dass die Jünger etwas gesehen haben müssen, das sie glauben lassen hat, den auferstandenen Jesus vor sich zu haben.
Auch der muslimische Terrorist, der sich selbst in die Luft sprengt glaubt natürlich, dass er es für Gott und sein Seelenheil tut. Wenn er hingegen die Überzeugung hätte, dass der Islam eine Lüge sei, würde er eine solche Tat kaum umsetzen. Die Gemeinsamkeit der Jünger mit sämtlichen Märtyrern der Geschichte ist, dass alle ihre jeweiligen Überzeugungen für wahr hielten. Der Unterschied hingegen ist, dass die Jünger –im Gegensatz zu allen anderen Märtyrern – selbst überprüfen konnten, ob es sich bei ihrer Überzeugung um eine Lüge gehandelt hat, da sie diese Lüge selbst hätten erfinden müssen. Aus den dargelegten Gründen können wir folglich ausschließen, dass die Jünger gelogen haben.
Die eher skeptische Historikerin Paula Fredriksen formuliert es sehr treffend:
„Ich weiß, dass das, was sie (Anmerkung die Jünger) sahen, ihren eigenen Worten nach der auferstandene Jesus war. Das ist es, was sie sagen, und alle historischen Beweise, die wir danach haben, bezeugen ihre Gewissheit, dass es das ist, was sie gesehen haben. Ich sage nicht, dass sie den auferweckten Jesus wirklich gesehen haben. Ich war nicht dabei. Ich weiß nicht, was sie gesehen haben. Aber als Historikerin weiß ich, dass sie etwas gesehen haben müssen.“
(Eigene Übersetz des englischen Originals unter: Quelle – Ab Minute 07:30).
Aber auch wenn wir eine Lüge ausschließen können, könnte es natürlich sein, dass die Jünger irrtümlich angenommen haben, den auferstandenen Jesus gesehen zu haben. Warum aus unserer Sicht auch diese Annahme keinen Sinn ergibt, werden wir nach der Präsentation der vier Fakten noch genau besprechen.
4. Fakt die plötzliche Veränderung des Skeptikers Jakobus und des Christenverfolgers Paulus
Zunächst jedoch zum vierten Fakt. Der vierte Fakt, der von einer großen Mehrheit der Forscher bestätigt wird sind die plötzlichen und radikalen Veränderungen von Skeptikern und ehemaligen Feinden hin zu Nachfolgern Christi (vgl. hierzu und zum Folgenden auch Habermas/Licona; The Case for the Resurrection; S. 64 – 68). Der spätere Apostel Paulus war zunächst ein Pharisäer und radikaler Verfolger der ersten Christen. Er hätte laut eigener Aussage alles dafür getan hätte, „die Gemeinde Gottes auszurotten“ (Gal. 1, 13).
Doch nachdem er vor den Stadttoren von Damaskus ein Erlebnis gehabt haben will, das er so interpretierte, dass er den auferstandenen und in den Himmel aufgefahrenen Jesus getroffen hatte, änderte sich sein Leben drastisch. Der ehemalige Verfolger war nun selbst bereit für die Botschaft vom auferstanden Jesus Verfolgung, Folter und Tod auszustehen.
Diese Bereitschaft erhielt er sich bis an das Ende seines Lebens. Sein Leben endete etwa 30 Jahre nach seiner Bekehrung mit dem Märtyrertod. Als Beobachter aus heutiger Sicht müssen wir uns fragen, was diesen radikalen Lebenswandel herbeiführte. Ist Paulus einem Irrtum aufgesessen oder hat er tatsächlich den auferstandenen Jesus gesehen? Eines steht jedoch fest: Ein Lügner war Paulus nicht. Seine Risikobereitschaft den Zorn Gottes auf sich zu ziehen, wenn er ohne Grund einen Menschen als Gott verehrt, und die Opferbereitschaft für das Evangelium in den Tod zu gehen, beweisen das.
Auch der spätere Apostel Jakobus – der Bruder Jesu – war ein Skeptiker, der zunächst nicht an seinen Bruder als den Messias glaubte (vgl. bspw. Markus 3: 31, Markus 6; 3-4, Johannes 7;5). Dies änderte sich als er ein Erlebnis hatte, das ihn zur Überzeugung kommen ließ, der auferstandene Jesus stehe vor ihm. So wird zunächst in dem frühesten mündlichen Glaubensbekenntnis, das nahezu alle Forscher in die ersten 5 Jahre nach der Kreuzigung Jesu datieren und das uns vom Apostel Paulus in seinem Korintherbrief schriftlich überliefert wurde (vgl. 1. Korinther 15: 3-7) Jakobus als einer derjenigen erwähnt, denen der auferstandene Jesus erschienen sein soll.
Einige Jahre später, als die bisherige Leitung der Gemeinde wegen der Verfolgung vorübergehend aus Jerusalem floh (Petrus) bzw. geköpft wurde („Jakobus der Ältere – nicht der Bruder Jesu) , übernahm Jakobus (der Bruder Jesu) eine Leitungsfunktion in der Jerusalemer Urgemeinde. Nach dem vollständigen Weggang des Petrus nach Antiochia im Jahr 49/50 übernahm er dann die alleinige Leitung der Gemeinde(vgl. Apg. 15;12-21, 12;17; 21;18 Gal. 1;19, 2;9) und machte sich damit abschließend und bewusst zur Zielscheibe für die Christenverfolgung.
Der Märtyrertod ereilte ihn dann ca. im Jahr 62. Dies belegen sowohl außerchristliche Quellen (vgl. Flavius Josephus (Ant. 20, 200)) als auch christliche Quellen (Hegesippus und Clemens von Rom) und gilt damit als historisch gesichert. Auch hier müssen wir uns, wie bereits in den Ausführungen zu Paulus fragen, was einen Skeptiker zu einem solchen Sinneswandel kommen ließ, dass er bereit war, für seine Überzeugungen Verfolgung und Mord zu ertragen. Dass Jakobus ein Lügner war, kann jedoch ebenfalls wie bei Paulus ausgeschlossen werden.

Erklärung der 4 Fakten
Wir haben nun die obenstehenden 4 Fakten kennengelernt, die von einer sehr großen Mehrheit der Forscher als historische Tatsachen angesehen werden. Wir können also festhalten, dass Jesus mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gekreuzigt wurde und dabei gestorben ist, dass sein Grab am dritten Tag leer war, dass die Jünger und die ersten Christen Erlebnisse gehabt haben, die sie zur Annahme gebracht haben, den Auferstandenen Jesus vor sich zu haben. Weiter können wir festhalten, dass Paulus als Feind der frühen Christen und Jakobus als Skeptiker ebenfalls nach einem Erlebnis, das sie als Begegnung mit dem auferstandenen Jesus interpretiert haben, selbst zum Glauben an Jesus Christus kamen.
Wie erklären wir uns diese Tatsache? Fest steht, dass eine Theorie sämtliche dieser 4 Fakten erklären können muss, um als angemessene Erklärung dienen zu können. Wir wollen uns nachfolgend exemplarisch drei der beliebtesten Theorien der Skeptiker ansehen und untersuchen, inwieweit diese die o.g. Tatsachen erklären können:
A. Die Halluzinationshypothese
Ein beliebter Erklärungsansatz unter Skeptikern ist die Halluzinationshypothese. Sie besagt, dass Halluzinationen für die Erscheinungen der Jünger verantwortlich waren (vgl. hierzu und zum Folgenden auch Habermas/Licona; The Case for the Resurrection; S. 105 – 108). Und tatsächlich, die Forschung sagt, dass Menschen, die über einen Verlust trauern, besonders anfällig für Halluzinationen sind.
Die Jünger haben gemäß den biblischen Schilderungen mit großer Trauer zu kämpfen gehabt. Können also Halluzinationen als Erklärung für die Erscheinungen dienen? Dies erscheint wenig plausibel. Eine Halluzination ist eine extrem seltene, individuelle Erfahrung, die nicht mit anderen geteilt werden kann. Das frühe christliche Glaubensbekenntnis aus 1. Korinther 15; 3-7 berichtet uns jedoch beispielsweise, dass alle Jünger von einer Jesuserscheinung erzählten (weitere Stellen des NT bestätigen dies).
Da eine Halluzination ein extrem seltenes Ereignis ist, ist es wenig wahrscheinlich, dass hundert Prozent der Jünger eine solche gehabt haben sollen. Weiterhin berichtet das frühe Glaubensbekenntnis aus 1. Korinther 15 in den Versen 5 und 7 von Gruppenerscheinungen. An dem in Vers 7 überlieferten Ereignis sollen gar 500 Leute Erscheinungen gehabt haben. Da Halluzinationen, wie oben erwähnt, individuelle Erfahrungen sind und nicht geteilt werden können, ist es wenig wahrscheinlich, dass all diese Menschen zur selben Zeit, die selbe Halluzination gehabt haben sollen, in die man sich dann noch gegenseitig „eingebaut“ haben müsste. Weiterhin kann die Halluzinationshypothese nicht das leere Grab erklären. Auch der Apostel Paulus, hatte keinen Grund über Jesus zu halluzinieren. Er hat nicht getrauert und war daher auch keinem besonderen Risiko für eine Halluzination ausgesetzt. Auch dass der Skeptiker Jakobus – der Bruder Jesu – einem hohen Halluzinationsrisiko ausgesetzt war, scheint zumindest fraglich. Er hielt seinen Bruder für einen falschen Propheten und gescheiterten Messias. Er hatte zumindest wenige Gründe, von einem über den Tod triumphierenden, göttlichen Jesus zu halluzinieren.
Die Halluzinationshypothese scheidet also als Erklärung für die 4 Fakten mit größter Wahrscheinlichkeit aus.
Die Scheintod-Hypothese
Eine weitere Theorie ist, dass Jesus zwar gekreuzigt wurde, aber nicht tatsächlich tot war. Laut dieser Überlegung hätte Jesus nach der Kreuzigung einfach das Grab verlassen können und sich nach drei Tagen den Jüngern gezeigt. Für sie habe es dann so gewirkt, als sei Jesus von den Toten auferstanden.
Diese Hypothese ist schon allein wegen der Kreuzigungspraxis höchst unwahrscheinlich (siehe auch hier). Die Wachtruppen mussten selbst mit dem Tod rechnen, sollte ein Gekreuzigter mit dem Leben davonkommen. Vor der Kreuzigung wurde der zum Tode Verurteilte mit einer mit Knochensplittern besetzten Peitsche gegeißelt und damit so schwer verletzt, dass alleine das schon tödliche Verletzungen zur Folge haben konnte. Es ist also extrem unwahrscheinlich, eine solche Tortur zu überleben.
Und selbst wenn Jesus es irgendwie geschafft hätte, es zu überleben. Dann hätte er schwerstverwundet in einem Grab gelegen. Wenn er es geschafft hätte, die erste Nacht zu überleben, hätte er sich mit schwersten Verletzungen am ganzen Körper aus einem verschlossenen und bewachten Grab entfernen müssen. Und selbst wenn das alles funktioniert hätte und er die Jünger getroffen hätte, hätte der Anblick eines schwerverletzt herumkriechenden Jesus sie kaum zu der Einschätzung gebracht, dass Jesus triumphal und mit göttlicher Hilfe von den Toten auferstanden sei.
Weiterhin kann die Scheintod-Hypothese nicht die Bekehrung des Paulus erklären, der einen „himmlischen“ Jesus gesehen haben will. Ein „irdischer“ Jesus, der einfach am Wegesrand gestanden hätte, hätte bei Paulus sicherlich keinen radikalen Sinneswandel herbeigeführt. Er hätte sich gefreut, das Mysterium des leeren Grabs gelöst zu haben und hätte vermutlich liebend gerne zu Ende gebracht, was am Kreuz misslang.
Auch die Scheintod-Hypothese können wir folglich mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit ausschließen.
C. Die Zeugen haben das falsche Grab aufgesucht
Eine weitere Hypothese ist, dass die Zeuginnen des leeren Grabes an das falsche Grab gegangen seien, es leer vorgefunden und daraus geschlossen hätten, dass Jesus von den Toten auferstanden sei. Doch auch diese Überlegung kann die 4 Fakten nur unzureichend erklären. Wenn sich der Fall so zugetragen hätte, wie oben geschildert, hätten die römischen Machthaber den Körper Jesu einfach aus dem Grab holen können, ihn durch die Gassen ziehen und damit allen Spekulationen ein Ende bereiten können. Weiterhin kann die Hypothese die Ereignisse nicht erklären, bei denen die Jünger zu der Überzeugung gelangt sind, der auferstandene Jesus stehe vor ihnen. Auch die Bekehrung des Jakobus und des Paulus kann nicht damit erklärt werden, dass sich die Zeuginnen im Grab geirrt haben. Beide hätten sicher andere Erklärungen für das vermeintliche Verschwinden des Leichnams Jesu gehabt, als seine Auferstehung von den Toten. Wir können hiermit ebenfalls festhalten, dass eine Verwechslung des Grabes nicht als Erklärung für die genannten Fakten dienen kann.
D. Fazit
Wir haben dargestellt, dass es vier Fakten gibt, die die überwiegende Mehrheit der Forscher als historische Tatsachen bestätigt. Jede Theorie oder Hypothese muss diese vier Fakten erklären können. Wir haben exemplarisch drei Positionen, die von Skeptikern vertreten werden, untersucht und festgestellt, dass sie keine plausiblen Erklärungen für die Geschehnisse rund um die Kreuzigung Jesu bieten.
Selbstverständlich haben wir hier nicht einmal im Ansatz alle von Skeptikern vertretenen Hypothesen untersucht, das würde schlicht den Rahmen dieses Artikels sprengen. Wir glauben jedoch, dass dir als Leser die weitere Überprüfung der verschiedenen Theorien, die dir womöglich begegnen werden, nicht mehr besonders schwer fallen werden. Jede Behauptung muss die eingangs genannten Fakten erklären können. Wir sind überzeugt: Je mehr du dich mit den verschiedenen Erklärungsansätzen und Gedankenspielen befasst, desto eindeutiger wird es, dass ausschließlich die tatsächliche Auferstehung Jesu eine angemessene Erklärung für all die Fakten bietet!
Ein Skeptiker könnte uns an dieser Stelle eine vorschnelle Schlussfolgerung vorwerfen. Auch wenn die Umstände rund um die Kreuzigung Jesu unerklärlich sein mögen, ist es doch eine kühne Behauptung, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Hier bräuchte es doch noch ein bisschen mehr.
Und ja, wir würden hier nicht widersprechen. Allerdings geben wir zu bedenken, dass das historische Argument von uns eben gerade nicht isoliert verwendet wird, sondern es sich wunderbar in das einfügt, was wir bereits vorher erläutert haben. So haben wir gezeigt, dass es gute Gründe gibt, daran zu glauben, dass Gott die Welt und den Menschen geschaffen hat. Wir haben dargelegt, dass die Indizien dafür sprechen, dass Gott den Menschen geschaffen hat, um mit ihm in Verbindung zu leben. Ebenso haben wir logisch geschlussfolgert, dass Gott als die Heiligkeit in sich selbst, den Menschen, der sich in Böse Taten verstrickt, nicht in einer Verbindung mit sich selbst aufnehmen kann. Unter Berücksichtigung all dieser Punkte, würden wir erwarten, dass Gott, der den Menschen in einer Verbindung mit sich haben möchte, es aber nicht einfach so kann, aktiv wird. Wir würden erwarten (rational erwarten, nicht fordernd), dass er uns irgendwie herausholt aus diesem Zustand.
Dann hören wir von einem Volk – dem Volk Israel – in dessen Glauben und in deren Schriften genau das beschrieben wird, was wir uns oben hergeleitet haben: Die Trennung des Menschen zu Gott, der sie für die Gemeinschaft mit sich selbst geschaffen hat, aufgrund der bösen Taten der Menschen. Und in eben diesem soziokulturellen und religiösen Hintergrund tritt Jesus von Nazareth auf und behauptet, er sei die Erfüllung eben jener Schriften (vgl. bspw. Witherington, Ben; The Christology of Jesus; S. 233-262). Die Behauptung an sich ist noch wenig spektakulär. In Kombination mit unseren Überlegungen, dem soziokulturellen und religiösen Hintergrund und den vier für Skeptiker unerklärliche Fakten (siehe oben), sind diese Erkenntnisse nicht weniger als eine Sensation!
Ist damit die Wahrheit des christlichen Glaubens zweifelsfrei bewiesen? Das sicherlich nicht. Allerdings ist der kumulative Fall so stark, dass wir mit großem Optimismus glauben können, dass Jesus wahrhaftig der ist, als den ihn die Bibel beschreibt: Der menschgewordene Gott, der uns Menschen entgegengelaufen ist, um alle Hindernisse zwischen Gott und den Menschen ein für alle Mal zu beseitigen.
Das überzeugt dich noch nicht? Dann hast du etwas mit den Autoren dieses Blogs gemeinsam. Als wir damals den christlichen Glauben auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft haben, waren wir zwar höchst erstaunt, welche guten Argumente es gab, dass Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist und dass die heiligen Schriften göttlich inspiriert sind. Gleichzeitig fanden wir aber auch, dass es noch mehr braucht, um sein gesamtes Leben und auch seine Ewigkeit auf diese Karte zu setzen. Was hat uns dann bewogen, unsere Meinung zu ändern? Uns ist aufgefallen, dass es in der Bibel viele Stellen gibt, an denen Gott uns Menschen auffordert, dass wir ihn überprüfen und testen können. Nachfolgend eine kleine Auswahl, die wir dir mit auf den Weg geben möchten:
„Bringt den zehnten Teil eurer Erträge unverkürzt zu meinem Tempel, damit meine Priester nicht Hunger leiden. Habt keine Sorge, dass ihr dann selber in Not kommt! Stellt mich auf die Probe«, sagt der Herr, der Herrscher der Welt, »macht den Versuch, ob ich dann nicht die Fenster des Himmels öffne und euch mit Segen überschütte!“ (Maleachi 3;10)
„Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich, der HERR. Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden:“ (Jeremia 29; 13-14)
„Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet. Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet.“ (Matthäus 7; 7-8)
Hier ließen sich noch viele Stellen aufzählen, das Muster sollte jedoch klar sein. Gott fordert die Menschen in der Bibel aktiv dazu heraus, ihn zu überprüfen. Gott sagt, dass er sich persönlich „verifizieren“ lässt, wenn man mit einem aufrichtigen Herzen nach ihm fragt. Diese Passagen sind ein Geschenk, da sie entweder falsch oder richtig sein können und jeder selbst überprüfen kann, ob Gott existiert und ob sein Charakter in der Bibel korrekt beschrieben ist oder nicht.
Wir haben damals jeweils in einem oder mehreren Gebeten nach Gott und einem Beweis gefragt. Unsere Hoffnungen wurden daraufhin nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. Und wir sind der festen Überzeugung, dass für dich das Gleiche gilt. Wenn du mit einem aufrichtigen Herzen nach Gott fragst, wird er dir antworten. Auf welche Art und Weise das geschieht ist höchst individuell. Manche haben eine persönliche Gottesbegegnung, andere hören eine akustische Stimme, wieder andere erleben ein verifizierbares Wunder. Die einen haben einen Traum, der ihr Leben fundamental verändert und viele andere bekommen einen Frieden ins Herz gelegt, wie sie ihn noch nie vorher verspürt haben. Beim einen passiert das unmittelbar, bei anderen vergeht vielleicht eine gewisse Zeit.
Jeder Mensch ist anders und Gott, der den Menschen besser kennt, als er sich selbst, verfährt auch mit jedem Individuum anders. Er wird sich jedoch auf die eine oder andere Art früher oder später jedem zeigen, der nach ihm fragt und zwar so, dass die betreffende Person es auch versteht. Davon sind wir zutiefst überzeugt, weil wir es selbst erlebt haben und regelmäßig neu erleben.
Zusammenfassung
Wie wir in den vergangenen Artikeln gesehen haben, gibt es gute Gründe, zu glauben, dass ein persönlicher Gott die Welt und den Menschen geschaffen hat und dass er mit den Menschen in Beziehung sein möchte. Ebenso wurde aber gezeigt, dass wir von diesem Gott getrennt sind und dass sich der Mensch aus dieser Lage nicht alleine befreien kann. Wir haben auch erläutert, dass der Weg zurück zu Gott nur über Jesus Christus und seine Tat am Kreuz führt. Wir haben gute Gründe aufgezeigt, warum wir diese Dinge glauben können. Und auch wenn mit rationalen Methoden kein abschließender Beweis zu erbringen ist, haben wir in jedem Fall gute Gründe geliefert, dass du dich näher mit der Person Jesus von Nazareth befasst. Wir glauben, dass Jesus es wert ist, dass wir uns mit ihm befassen und wie wir oben erläutert haben, sind wir sicher, dass er sich auch dir offenbaren wird, wenn du mit offenem Herzen auf ihn zugehst.
Abschließend soll nun in zwei weiteren kurzen Artikeln auf mögliche Fragen eingegangen werden.
- Was ist mit den Gläubigen anderer Religionen und Menschen, die nie etwas von Jesus gehört haben?
- Wenn Gott allmächtig und alliebend ist, wie ihr Christen behauptet, warum gibt es dann so viel Böses und so viel Leid auf der Welt?
Bei allen, die keinen Bedarf mehr haben, die obenstehenden Artikel zu lesen, möchten wir uns herzlich für die Aufmerksamkeit und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Wir freuen uns, wenn wir dir hier neue Gedanken mit auf den Weg geben konnten und möchten dir zusichern, dass du hier immer willkommen sein wirst, egal ob du Skeptiker, Christ oder Angehöriger einer anderen Glaubensüberzeugung bist. Wir freuen uns über Zuschriften unter (Mailadresse einfügen) mit kritischem, anregenden, lobenden oder fragendem Inhalt. Auch über Erlebnisberichte freuen wir uns sehr. Sollte dir gefallen haben, was du hier gelesen hast, dann freuen wir uns auch, wenn du uns weiterempfiehlst.
Alle, die noch nicht genug haben, sehen wir gleich nochmal in den obenstehenden Artikeln.
Bis gleich.
Hier kommst du zu der Frage nach den Gläubigen anderer Religionen.
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