Wahrheitsanspruch der Religionen

Ein Einwand, den man zu Recht häufig zu hören bekommt, ist die Frage, was mit Leuten sei, die in einer anderen Religion aufgewachsen sind. Wegen des Wahrheitsanspruchs der Religionen wurden in der Menschheitsgeschichte viele Kriege geführt. Was ist beispielsweise mit Jemandem, der in Saudi-Arabien einem streng sunnitisch-muslimischem Land aufwächst? Er hat von Natur aus schlechtere Voraussetzungen, zu Jesus zu finden, als jemand, der in Europa lebt. Und was ist mit Menschen, die beispielsweise abgeschieden auf einer einsamen Insel im indischen Ozean wohnen und keine Kontakte zum Rest der Menschheit pflegen? Wie soll so jemand, der das Evangelium nie gehört hat, das Geschenk Jesu annehmen? Und wenn er es nicht annimmt, landet er dann für immer in einer Hölle, weil ihm die notwendigen Informationen gefehlt haben?

Das sind berechtigte Fragen, denen wir Christens uns stellen müssen und dies auch wollen. Wir glauben, dass unser Gott uns auch hierzu sehr gute Antworten liefert.

Vorangestellt sei Folgendes: Das Neue Testament macht ausdrücklich klar, dass Jesus Christus der einzige Weg zum Vater ist (vgl. bspw. Joh. 14; 6). Dies hängt mit der einfachen Wahrheit zusammen, dass Jesus ein Problem löst, das sonst niemand lösen kann. Wir sind wegen unserer bösen Taten von Gott getrennt und um wieder zu Gott zurück zu können, muss Gott selbst uns unsere Schuld nehmen (vgl. Evangeliumsartikel)). Gäbe es hierfür andere Wege, hätte Jesus nicht kommen, für uns leiden, sterben und auferstehen müssen. Gott schenkt uns in Jesus Christus die Ewigkeit und wir müssen dieses Geschenk nur annehmen und nichts mehr dazu beitragen. Alles Notwendige wurde durch Jesus Christus vollbracht. Wir nehmen das Geschenk an, indem wir Christus als unseren Herrn annehmen und auf sein Werk am Kreuz vertrauen (vgl. Röm 10,9).

Was ist denn aber nun mit den vielen anderen Gruppen, die nie etwas vom Evangelium gehört haben oder die es nicht glauben, weil ihnen Informationen fehlen? Wir glauben, auch wenn Jesus Christus der einzige Weg zum Vater ist, dass es mitunter mehr als einen Weg zu Jesus Christus gibt. Oben haben wir bereits den direkten und aus Gottes Sicht wünschenswertesten Weg besprochen: Der ausdrückliche Glaube an Christus und hierdurch eine persönliche Gottesbeziehung. Dies mag jedoch aus verschiedenen Gründen nicht immer zustande kommen. Untersucht man die Bibel zu diesem Thema, gibt es einige Stellen, die darauf hindeuten, dass man Jesus auch anders als nur durch das ausdrückliche Bekenntnis annehmen kann.

Für den interessierten Leser wären hier einige Bibelstellen zu nennen: Die erste einschlägige Stelle ist Matthäus 25; 31 – 46 wo einiges dafür spricht, dass es sich sowohl bei den „Schafen“ als euch bei den „Böcken“ um Nichtchristen handelt. Da die Schafe offensichtlich gerettet werden, hätte man ein Beispiel für Nichtchristen, die ins ewige Leben eingehen (zur Auslegung vergleiche bspw. Henckell, Theresa; S. 21-22; Kapitel 5.2.4 – Quelle). Weitere interessante Bibelstellen hierzu sind Römer 2; 14-16, wo deutlich wird, dass Gott nach Herzenshaltung der Menschen im Rahmen dessen, was sie wissen können, urteilt und sich nicht in erster Linie an  äußerlicher Zugehörigkeit zu einer Gruppe orientiert. Auch Johannes 14; 22-24 kann so interpretiert werden. Lukas 12 35-48 und Johannes 15; 22-23 zeigen hingegen klar, dass Gott bei seiner Rechtsprechung berücksichtigt, was der Einzelne wissen konnte. In Apostelgeschichte 17 greift Paulus den heidnischen Glauben der Griechen auf und bescheinigt Ihnen, sie würden ohne es zu wissen, den richtigen Gott anbeten, den Paulus ihnen nun verkündet und persönlich vorstellt (vgl. Apg.17; 23). In Apostelgeschichte 17, 28 zitiert Paulus dann zwei griechische Lieder, die Zeus gewidmet sind (Epimenidis und Aratus) und bestätigt diese als wahre Aussagen über das Wesen Gottes.

Jesus spricht: „Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat. Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.(Joh. 3 16-19)“

Jesus macht im gefetteten Teil klar, aus welchem Grund Menschen eigentlich „verlorengehen“. Sie gehen verloren, weil sie die Finsternis (ihre eigene Sünde) mehr lieben als das Licht (Jesus Christus). Es ist plausibel anzunehmen, dass es quer durch alle Weltanschauungen Menschen gibt, auf die oben genanntes zutrifft, genauso wie es in allen Weltanschauungen Menschen gibt, auf die das nicht zutrifft. Jene die Jesus und das, was er in die Welt gebracht hat, mehr lieben als die Finsternis, die in ihnen wohnt, auch wenn sie möglicherweise Jesus noch nicht bewusst angenommen haben.

Wie wir sehen, gibt es einige Stellen, die darauf hindeuten, dass es möglich sein könnte, Jesus ausschließlich durch innere Herzenshaltung anzunehmen, auch wenn das ausdrückliche Bekenntnis fehlt. Gott wartet aus Menschen aller Kulturen mit offenen Armen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass auch die Rettung der Nichtchristen ausschließlich über Jesus Christus und sein Werk am Kreuz geschieht und nicht etwa, weil die die strengen Gebote und rituellen Handlungen irgendeiner Religion befolgt werden oder sich jemand vorbildlich um den Schutz der Umwelt kümmert. Kein Werk und keine Religion kann uns jemals vor Gott gerecht machen! Das kann nur Christus!

Hier kommst du zur Frage nach dem Leid in der Welt.

Hier geht es zurück zur Frage nach der Vertrauenswürdigkeit der Bibel.

2 Gedanken zu “Wahrheitsanspruch der Religionen

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