Das Leid in der Welt

Nachdem wir besprochen haben, dass es gewichtige Indizien für die historische und leibliche Auferstehung Jesu Christi gibt, werden für dich die Fragen zu Jesus Christus aber eventuell umso größer und komplexer. Eine herausfordernde Frage für Christen ist, warum ein allliebender und allmächtiger Gott in der Welt so viel Leid zulässt.

Vielleicht sagst du dir inzwischen „Na gut. Angenommen es ist tatsächlich das wahrscheinlichste Geschehen, dass Jesus Christus von den Toten zu neuem, ewigen Leben auferstanden ist.  Dann verstehe ich aber immer noch nicht, warum Gott zum Menschen werden musste, der so schrecklich gelitten hat, sterben musste, um dann wieder leiblich aufzuerstehen. Das macht doch keinen Sinn. Normale Spiritualität und selbst der Islam kommen da doch mit deutlich weniger Verrücktem aus. Ein schlichter Glaube an Gott ist da doch deutlich vernünftiger. “

Wir möchten an dieser Stelle einmal die Frage aufwerfen: Was denkst du, was der häufigste Grund ist, warum Menschen nicht an einen liebevollen und guten Gott glauben?

Genau, die meisten Menschen würden uns deutlich machen, dass sie nicht an Gott glauben können, wo es doch auf dieser Welt so viel Leid, Schmerz und Ungerechtigkeit gibt.

Die Frage, die sich berechtigterweise stellt ist, wieso lässt ein guter und allmächtiger Gott so viel Leid zu? Ist das nicht ein Widerspruch in sich selbst? Wir glauben, dass diese Frage einen rationalen und einen emotionalen Teil enthält. Nachfolgend möchten wir uns zunächst dem rationalen Teil zuwenden und versuchen, eine biblisch fundierte Antwort zu geben.

 Aus der Tatsache, dass diese Welt durchzogen ist von Schmerz und Leid schließen viele Skeptiker, dass, sollte es einen Gott geben, er entweder nicht allmächtig ist oder es nicht gut mit uns meint. Wir möchten jedoch auf eine dritte Alternative aufzeigen, nämlich, dass es gute Gründe für das Leid gibt.

Gemäß der biblischen Schilderung besteht eine Grenze zwischen den Menschen und Gott, für die sich der Mensch aus freien Stücken entschied und nach wie vor entscheidet. Durch diese Grenze sind seine Bedürfnisse nicht mehr befriedigt und er versucht sie zu ersetzen, indem er sich das nimmt, wodurch er glaubt, seine Bedürfnisse stillen zu können. Im Kampf um das Glück wird der Mitmensch zum Konkurrenten, wenn er nicht zufällig jemand ist, der das eigene Glück vermehrt.

Die permanente Konkurrenzsituation kennen wir alle aus dem Alltag und den Nachrichten. Menschen schmieden Intrigen, lästern übereinander, versuchen sich auszustechen, sind egoistisch, selbstgerecht und Ich-bezogen, da sie darum ringen, für sich möglichst viele Vorteile herauszuholen, um die eigenen Bedürfnisse (vermeintlich) zu befriedigen. Die Auswirkungen dieser Herzenshaltung reichen vom Streit im Alltag bis zur kriegerischen Auseinandersetzung. Wenn du über das Leid in der Welt reflektierst, wirst du feststellen, dass der allergrößte Teil vom Menschen selbst verursacht ist. Der Mensch verfehlt Gottes Standard. Er scheitert daran, Gott und seinen Nächsten zu lieben (vgl. Matthäus 22; 36-40).

Was aber ist mit dem natürlichen Leid, das nicht durch den Menschen verursacht ist? Beispiele hierfür sind Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche. Wieso lässt Gott so etwas zu? Erneut möchten wir hier auf die biblischen Schilderungen verweisen, wonach eine Trennung zwischen dieser Welt und Gott besteht. In einer Welt, die getrennt ist, von Gott, der der Ursprung aller Ordnung ist, ist Chaos und Leid eine natürliche Folge der äußeren Umstände.

Der Skeptiker mag nun fragen, warum es Gott überhaupt zugelassen hat, dass sich der Mensch gegen ihn wendet und damit die verhängsnisvolle Kettenreaktion in Gang gesetzt hat. An dieser Stelle verweisen wir nochmal auf einen Punkt aus dem Evangeliumsartikel. Die absolute Liebe Gottes verlangt die absolute Freiheit des Menschen. Der Mensch als geliebtes Geschöpf bekommt von Gott das Recht und die Freiheit zu ihm „nein“ sagen zu dürfen. Ein sprichwörtlicher Liebesroboter, der vom Schöpfer programmiert wurde, ihn zurück zu lieben, ist aus Gottes Sicht nicht erstrebenswert. Gott möchte keine Programme, er möchte, dass sich möglichst viele Menschen aus freien Stücken für ihn entscheiden. Und es ist absolut plausibel, dass dies in einer Welt, die von Schmerz und Leid durchzogen ist, am ehesten möglich ist.

Doch damit ist lediglich der rationale Teil der Frage beantwortet. Der emotionale Teil dürfte für viele von uns jedoch der deutlich wichtigere sein. Wenn du durch eine schwere Zeit gehst oder dir das Leid um dich herum nahe geht, helfen dir allgemeine Schilderungen vermutlich wenig. Vielmehr würde es dir helfen, wenn Gott endlich reagiert. Angenommen, es gibt einen guten Gott (vgl. Argumente der natürlichen Theologie): Was wäre für einen liebenden Gott eine adäquate Antwort auf all das Leid, das Menschen alltäglich ertragen müssen. Und was wäre die Antwort Gottes auf all das Unrecht, das Menschen anderen antun?

Was wäre die Antwort Gottes auf Menschen, die wegen ihrer eigenen Schuld ein versklavtes und gewissengeplagtes Leben vor sich haben?

Für uns ist klar geworden, dass die Antwort Gottes auf all den Mord in der Welt ein Gott ist, der selbst ermordet wurde. Dass die Antwort Gottes auf all die Verleumdungen und Schikanierungen in dieser Welt ein Gott ist, der selbst bis ins Extrem von den anderen Menschen verleumdet und schikaniert wurde. Dass die Antwort Gottes auf die gespürte Hoffnungslosigkeit und Sinnlosigkeit der Menschen ein Gott ist, der selbst den Moment kompletter Sinn- und Gottlosigkeit erfahren hat.

Dass ein Gott das Schicksal derer geteilt hat, die wegen ihrer Schuld verloren sind, obwohl er selbst ganz schuldlos war.

Die Antwort, die uns das Kreuz Christ gibt, ist gleichzeitig die Antwort, die uns Gott angesichts des Leids auf der Welt geben will und geben kann. In diesem Leben wird im Hinblick auf das „Warum“ nicht alles verständlich sein. Aber das, was wir brauchen, hat uns Gott im Tod und der Auferstehung Jesu offenbart.

Nämlich, dass Gott gegenüber unserem körperlichen, psychischen oder existenziellen Leiden nicht gleichgültig und entfernt ist, sondern dass er sich mit uns bis ins innerste Mark identifiziert.

In der bloßen Anteilnahme und Identifizierung bleibt es dank der glorreichen Auferstehung Jesu aber nicht. Vielmehr hat Jesus Christus durch seine Auferstehung Ungerechtigkeit, Leid, Schmerz, Scham und Schuld ein für allemal besiegt. Durch seinen Tod und seine Auferstehung gibt es Hoffnung und Gewissheit, dass die Schrecken dieser Welt nicht das letzte Wort haben werden.

Jesus, der der Verspottete und Geplagte war, wird künftig auch als Richter der gesamten Menschheit auftreten.

Wer könnte denn ein besserer Richter sein, als der, der selbst weiß, wie es ist, durch jedes noch so tiefe Leiden hindurchgegangen zu sein?

Jesus wird dein Richter sein, da er aufstanden ist und lebt.

Jesus kann aber auch gleichzeitig dein Anwalt sein, wenn du durch den Glauben an ihn an seinem Tod und seiner Auferstehung teilnimmst. 

Noch ein weiterer Gedanke sei dir ans Herz gelegt: Schuld verursacht Schmerz und Schmerz verursacht Schuld: Wenn aber Jesus Christus alle Schmerzen, seien sie psychischer, existenzieller oder physischer Natur, durch seinen Tod auf sich genommen hat und schließlich durch seine leibliche Auferstehung überwunden hat, hat Jesus auf wunderbare Weise auch deine Schuld von dir genommen. Deine vergangene, deine gegenwärtige und bereits auch deine zukünftige Schuld.

Es bringt uns Menschen nicht weiter, wenn wir das Leiden verdrängen und bewusst oder unbewusst Gott die Schuld dafür geben, sondern wir sollten sie als eine grundsätzliche Begleiterscheinung einer von Gott getrennten Menschheit begreifen.

Wir (das Blog-Team) wünschen uns für dich aus innerster Überzeugung, dass du Jesus in dein Herz schließt und mit Blick auf das ewige Leben bei Gott in enger Freundschaft mit Jesus durchs Leben gehst. Bei diesem Weg wollen wir dir, wenn du möchtest, gerne behilflich sein und bei Fragen Rede und Antwort stehen.

Viele Grüße

Philipp und Nico

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